GHOSTS OF THE VILLA
Wenn ein Gebäude wieder zu sprechen beginnt
Manche Gebäude bewahren Geschichte. Andere erzählen sie.
Mit „Ghosts of the Villa“ wurde die legendäre Villa Louvigny in Luxemburg — die ehemalige Heimat von Radio Luxembourg — selbst zum Erzähler.
Wo einst Europas erste grenzüberschreitende Radiostation Geschichte schrieb, wo Serge Gainsbourg, die Beach Boys und die Grateful Dead live auftraten, wo luxemburgische, französische, englische, deutsche und niederländische Studios Seite an Seite sendeten — dort verschmelzen heute Stimmen, Musik, Erinnerungen und Architektur zu einem immersiven Raumerlebnis.
Die Ausstellung war bereits kurz nach ihrer Eröffnung ausgebucht und wurde aufgrund der großen Nachfrage um fast einen Monat verlängert.
Die Herausforderung
Die Aufgabe bestand nicht darin, historische Inhalte hörbar zu machen, sondern einem Gebäude seine Stimme zurückzugeben.
Dazu berieten wir Samsa Film bei der Entwicklung des räumlichen Klangkonzepts, produzierten die usomo App und installierten das usomo System in der Villa Louvigny.
Besucher bewegen sich frei durch den Raum — 410 Quadratmeter, 45 Minuten, vier Sprachen. Mit jedem Schritt verändert sich das Hörerlebnis.
Archivaufnahmen, legendäre DJs, Pop- und Rockmusik sowie persönliche Erinnerungen ehemaliger Hörer verweben sich zu einer individuellen Reise durch die Geschichte eines Senders, der die europäische Medien- und Musikkultur über Jahrzehnte prägte. Rund 60 Oral-History-Interviews — mit DJs, Moderatoren, Hörern aus ganz Europa und Persönlichkeiten wie Jean-Claude Juncker und Jacques Santer — bilden das inhaltliche Herzstück.
Es gibt keinen vorgegebenen Weg. Jeder Besucher entdeckt die Villa in seinem eigenen Tempo — und erlebt eine persönliche Version derselben Geschichte. Genau dadurch entsteht keine klassische Ausstellung, sondern eine räumliche Erinnerung.
Die Resonanz
Das Luxembourg City Film Festival präsentierte „Ghosts of the Villa“ als Teil seines Immersive Pavilion — einer kuratierten Auswahl internationaler Arbeiten, die neue Formen immersiven Storytellings zeigen. Eine Einladung, die das Projekt weit über Luxembourg hinaus in den internationalen Diskurs über die Zukunft immersiver Erlebnisse stellt.
Die Historikerin und Co-Kuratorin Dominique Santana beschreibt das Ziel des Projekts als den Versuch, Menschen wieder mit den Fragmenten dessen zu verbinden, wofür Radio Luxembourg einst stand — und dieses kulturelle Erbe für kommende Generationen lebendig zu halten.
„Every step unlocks a new story in this immersive experience that brings Villa Louvigny to life.” — University of Luxembourg, C²DH
„Ghosts of the Villa“ zeigt exemplarisch, wie usomo Klang nicht als Begleitung einer Ausstellung versteht, sondern als eigenständiges Medium der Erinnerungskultur.
Geschichte wird nicht erklärt. Sie wird erlebt.