Die 3D Soundtechnologie usomo macht selbst Stille klanglich erfahrbar 

Kristina von Bülow

usomo Museum Kommunikation Bern Sounds of SilenceIm Museum für Kommunikation Bern ist derzeit mit Sounds of Silence eine Ausstellung zum Thema Stille zu sehen – oder besser: zu hören. Eine Ausstellung hören? Stille hören? Ja, mit usomo!

Mit dem interaktiven 3D Audiosystem usomo wird Besuchern eine völlig neue Rezeptionsform für körperlose Inhalte erschlossen. Ohne dass überhaupt Objekte im Raum notwendig wären, kann mit usomo ein komplettes Ausstellungskonzept klanglich vermittelt werden. Eine absolut innovative Form der medialen Szenografie: Die Besucher erleben ganz individuelle, immersive Klangerfahrungen, die sie selbst interaktiv mitgestalten können.

In dem 600 mgroßen Ausstellungsraum gibt es keine klassischen Exponate, keine Touch-Screen-Stationen, keine Erklärfilme, keine Texte und keine Infotafeln. Die Ausstellung spielt sich fast gänzlich auf akustischer Ebene ab. Sounds of Silence wurde vom Museum für Kommunikation mit Unterstützung von idee und klang sowie ZMIK als dreidimensionale Hörlandschaft konzipiert, in der Sound den Ton angibt. Image follows sound – das Bild folgt dem Ton und nicht umgekehrt.

usomo Museum Kommunikation Bern Sounds of Silence spaceAusgerüstet mit dem usomo-System, bestehend aus Kopfhörern mit dem usomo-Trackingmodul und einem Smartphone, bewegen sich die Besucher intuitiv durch den Raum. Geleitet wird man in erster Linie durch die Soundebene, die einem in real-time gemäß seinen Bewegungen individuell zugespielt wird, wodurch man seinen Weg ganz frei bestimmen kann. Die Klänge, also programmiertes und gestaltetes Sounddesign in Form von Soundscapes, Musik und Stimmen, folgen dem einzelnen Besucher punktgenau und blenden fließend ein und aus, je nachdem, in welchen Raumbereichen man sich gerade bewegt.

Durch die immersive Soundtechnologie von usomo gewinnt man den Eindruck, die digital erzeugten Klänge wie real im Raum verortet zu hören und darin abtauchen zu können. Der Klang liegt nicht mehr separat als statische Schicht zwischen Mensch und Raum, sondern er wird lebendig, durchdringt sie und lässt die Grenzen dazwischen zerfließen. Die usomo Soundtechnologie zieht einen in ihren Bann und überzeugt in ihrer Präzision und Klarheit. Sie klingt so naturgetreu, als wären die Soundquellen nicht digitaler, sondern realer Natur. Manch einer mag sich an die Multimedia-Ausstellung über David Bowie im Victoria and Albert Museum London und im Gropius Bau Berlin erinnert fühlen – jedoch liegen Welten zwischen den Audiosystemen. Was usomo einzigartig macht, ist das real-time Tracking jeder einzelnen Person, individuell berechnet und mit höchster Genauigkeit und Schnelligkeit zugespielt.

usomo Museum Kommunikation Bern Sounds of Silence spaceDank der intuitiven Bewegungsfreiheit mit usomo scheint man gleichsam wie im Traum durch den offenen Raum zu driften. Dieser Effekt wird noch intensiviert, weil die Wahrnehmung sich von materiellen Objekten löst und sich ganz auf das Hören verlagert. Ein geradezu meditativer Zustand stellt sich ein, in dem sich die Beobachtung vom Außen zum Innen verschiebt. Nicht zufällig ist so auch ein Diskurs eines Zen-Meisters aus den Walliser Bergen zum Thema Stille ein Teil dieser Klanglandschaft. Visuelle und haptische Trigger sind auf das Allerwesentlichste reduziert. Bis auf einige Filmprojektionen, die unter anderem eine ruhige und beruhigende Schneelandschaft zeigen, semi-transparente Raumteiler aus filigranen Schnüren und einige frei verteilte Sitze sind im Saal keine Objekte vorhanden. Er ist primär in minimalistischem Schwarz-Weiß gehalten, das an Op Art denken lässt und nur von wenigen Farbtupfern unterbrochen wird, so dass das Gehörte auf der Reise durch den Raum seine Präsenz konstant hält. Die Atmosphäre, die so entsteht, spiegelt den Kern des Ausstellungskonzepts: die Reflektion über Stille in völliger Konzentration darauf. Wie definiert sich Stille? Was macht sie derart kostbar und begehrt? Warum ist sie so schwer zu finden und gleichzeitig auch so schwer auszuhalten?

Mit dem 3D Audiosystem usomo von FRAMED immersive projects (Berlin) hat der Kurator Kurt Stadelmann die Ausstellung Sounds of Silence im Museum für Kommunikation (Bern) mit Unterstützung der Sounddesigner von idee und klang (Basel) und den Szenografen von ZMIK (Basel) inszeniert. Das Museum für Kommunikation Bern ist bekannt für seine experimentierfreudige Lust an der Innovation. Mit dem interaktiven und immersiven 3D Audiosystem usomo bringen sie erstmalig eine komplett neue und noch völlig unbekannte Technologie in die Schweiz. Sounds of Silence ist die erste Sonderausstellung seit der Wiedereröffnung des Museums im August 2017 und hat ein großes Medienecho ausgelöst. Sie ist noch bis zum 7. Juli 2019 zu sehen… ach nein, zu hören.

Museum für Kommunikation, Bern
Sounds of Silence
Eine Zusammenarbeit mit idee und klang und ZMIK, beide aus Basel
9. November 2018 bis 7. Juli 2018


usomo Museum Kommunikation Bern Sounds of Silence spaceAusgewählte Online-Presse

Plot Magazine
Sounds of Silence

Neue Züricher Zeitung
Der süße, verstörende Klang der Stille

Der Bund
Wie laut doch alles ist

Berner Zeitung
„Stille ist nichts für Feiglinge“

Berner Oberländer
Planet Stille. Interview mit Kurt Stadelmann

Berner Kulturagenda
So klingt Stille

BZ Thuner Tagblatt
Eintauchen in eine 3-D-Hörlandschaft

La Liberté
Le Musée de la communication expose le silence


Die Humboldt-Box Berlin setzte usomo jüngst im Rahmen der Ausstellung [laut] Die Welt hören ein.